Georg Gatsas

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Memorizer

Musik, Literatur, Film und deren historischen Bezüge - Georg Gatsas' Interesse spiegelt sich in seiner künstlerischen Ausformulierung, der analogen Fotografie, wider. In Schwarz-Weiss und in Farbe erzählt uns der Künstler von parallelen Wirklichkeiten. Selbst Nomade in einer globalisierten Welt pendelt Georg Gatsas zwischen Stadtlandschaften und fängt in seinen Porträts das Individuum gleichermassen wie die ihn umgebende Welt ein.

Amerikanische und europäische Grossstädte und immer wieder die Ostschweiz sind wichtige Stationen in Georg Gatsas' Leben. Die subkulturelle Musik- und Kunstszene wie auch die prägende Natur- und Stadtlandschaft dienen als Stimmungsträger und vermitteln den Blick auf das Hier und Jetzt auf einer Landkarte der Gegenwart. Seien es die Protagonisten der minimalen New Yorker Elektronik oder des britischen Dubsteps, die Appenzeller Gewitterlandschaft oder das nächtliche Brooklyn-Viertel - immer sind es unverstellte Momentaufnahmen, die fotografisch festgehalten werden. In den Porträts wirken die Persönlichkeiten der Musikszene authentisch und sind jeglicher gekünstelter Pose beraubt. Es sind Zeugnisse eines intensiven Augenblickes während eines Konzertes in einem Club oder Zeugnisse einer Inszenierung in der privaten lebensweltlichen Umgebung der Künstler. Gleichsam als Nebenserie sind die Arbeiten unter dem Titel "Memorizer" entstanden - Fotografien als Bewahrer von flüchtigen Erinnerungen.

Nadia Veronese